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Es war ein ganz gewöhnlicher Tag. Er beschloss, an demselben abend essen zu gehen. Nicht besonders gekleidet, verliess er seine Wohnung etwa zur vorgesehenen Zeit.
Es war ein angenehm warmer Abend. Er hatte sich fast zu warm gekleidet,war aber zu faul, die bereits in das Schloss gefallene Tür wieder zu öffnen. Er wollte nicht weit gehen und beschloss, ein von einem Freund empfohlenes Restaurant aufzusuchen, das ganz in der Nähe lag.
Er wählte die Hauptstrasse, gab aber acht , kein Mädchen, das sich in eindeutiger Begleitung befand, zu lange anzuschauen.
Er trat ein. Alles schien normal. Noch wusste er nicht, dass an jenem Abend etwas ganz schreckliches auf ihn zukommen sollte.
Das Innere des Restaurants war gepflegt. Ebenso die prompte Begrüssung einer wohlgekleideten, älteren Dame. Alles war pfirsichfarben. Die Wände, die Tischtücher, die Servietten, sogar die Schürze der an ihn herantretenden Kellnerin, die ihm die Speisekarte reichte. Etwas später erinnerte sie sich wohl, die Weinkarte vergessen zu haben und erschien mit einem etwas verkrampften Lächeln wieder an seinem Tisch. Er hätte sie sich schöner vorstellen können, aber ihr Hintern, mit dessen Hilfe er sich einiges durch den Kopf gehen lassen konnte, entschädigte ihn zuweilen.
Das Restaurant war reichlich gefüllt, doch sollte die Kellnerin das Einzige sein, für das es sich, nebst der guten Küche, gelohnt zu haben schien. Eigentlich war er gar nicht alleine. Nein, etwas war stets bei ihm. Ohne dass es andere vielleicht bemerkten, es war da.
Kurz bevor der Hauptgang sich anbahnte, rückte er, mit einer bravourösen Eleganz und Entschlossenheit, den Stuhl unter sich ein wenig zurück, (natürlich ohne, dass der geringste Lärm vernhmbar gewesen wäre) um sein Aeusseres auf der Toilette zu kontrollieren. Und da! - sieh da! Sollte es etwa die ganze Zeit auf seiner rechten Augenbraue geklebt haben? Ein penetrant weiss aufleuchtendes Hautschüppchen, das ihn aufs äusserste ungepflegt erscheinen liess, wurde sogleich mit jeglicher vorstellbarer Wut im Bauch blitzschnell entfernt. Er beruhigte sich bald und verliess die Toilette gerade noch zur rechten Zeit, da ein alter Mann, am Pissoir stehend, beim pinkeln so eng atmete, dass ihm selbst der Atem zu stocken schien. Er setzte sich hin und legte ES sanft neben das funkelnde Silberbesteck zu seiner Rechten.
Seiner inneren und äusseren Reinheit und Souveränität bewusst gab er der Kellnerin zurückhaltend doch zugleich vehement das Zeichen den Hauptgang servieren zu können. Sie schien etwas überfordert, kassierte sie doch vorerst, etwas in Unruhe gebracht, einen Tisch ein, bevor die den Weg in Richtung der Klapptüre einschlug (wie man sie aus den alten Wildwestfilmen kennt), die das Innere des Restaurants von der Küche trennte.
Er empfand den Wunsch Es in die Hand zu nehmen, war soeben von neuem von dessen Perfektion überwältigt, als er plötzlich schräg über ihm eine laute Stimme sagen hörte:
?Bitte sehr, mein Herr!?
Er erschrak, liess ES vor lauter Schreck fallen, hörte den dumpfen Aufprall, stand auf, schlug dabei sein rechtes Knie gegen die Tischkannte, wobei sich die Pfeffermühle aus dem Gleichgewicht gehoben sah und direkt auf das gefüllte Rotweinglass fiel und somit dessen Inhalt sich zu Boden ergoss.
Das Klimpern der Bestecke verstummte. jegliche Augen waren auf den selben Punkt gerichtet. Auf ihn. Er starrte auf den Boden das Unglück kaum für wahr haltend, wo sich ihm und allen Anwesenden ein grauenvolles Bild offenbarte. ES lag da, halb zerbrochen, in einer Pfütze von rotem Wein, als ob es das eigene Blut wäre. Wie wenn man etwas Stimmein einen tief eindringenden Schmerz legen würde, schluchtzte er:
?Mein telefonino!?
Was für ein Abend. Wie sollte Mutter die Rotwienspritzer auf seinem Hemd entfernen? Wie sollte er sich von Neuem ein solch edles Exemplar an Kommunikationswunder leisten, das nach jahrelanger Wissenschaft, ihm in seine umsorgenden Hände gereicht wurde.
Es war hart, aber er wusste es bereits jetzt, zu diesem Zeitpunkt!
Er würde seine Vespa verkaufen müssen, in die er bereits so viel hinein gesteckt hatte, dass er sich schon längst einen Alfa 145 6 Zylinder hätte leisten können.
Was war das nur für eine grausame Welt.
Er kämmte sich noch lange das Haar bevor er zu Bett ging.
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